Bertelsmann AG

Die Bertelsmann AG vertritt die Ansicht, dass eine partnerschaftliche Unternehmenskultur ungenutzte Leistungspotentiale freisetzt, Flexibilität und Kreativität erhöht. Sie wird außerdem als wirksames Instrument zur Prävention psychischer Belastungen, von Mobbing und innerer Kündigung angesehen.

Bereits in den 50er und 60er Jahren bestand im Unternehmen eine Kultur, bei der Qualifikation, Motivation, Identifikation und Verantwortlichkeit der Mitarbeiter im Mittelpunkt standen. An die Stelle herkömmlichen Führungsverständnisses traten Prinzipien wie breite Beteiligung der Mitarbeiter an Entscheidungsprozessen und am Ergebnis wie am Kapital des Unternehmens, Information und Überzeugung statt Anordnung. Seit 1960 existiert die "Unternehmensverfassung", ein schriftlich formuliertes Leitbild, auf das sich die Mitarbeiter berufen und seine Einhaltung verlangen können.

Mithilfe verschiedenster Informations-, Gesprächs- und Feedbackinstrumente ist ein organisatorischer Rahmen entstanden, der gewährleistet, dass die Führungs- und Partnerschaftsprinzipien in der Praxis gelebt werden. Das Verfahren der "Eskalationsspirale" z.B. stellt sicher, dass Probleme ernst genommen und Konflikte im Konsens gelöst werden. Im Hinblick auf die Gesundheit am Arbeitsplatz sind die quartalsweise stattfindenden Mitarbeiterbesprechungen am Arbeitsplatz besonders wichtig. Hier werden gewählte Vertreter der Belegschaft über geplante Investitionen und andere Veränderungen unterrichtet und bringen dazu Anregungen ein. Die Diskussion möglicher körperlicher und mentaler Belastungen aus geplanten Veränderungen ist ein Bestandteil der Gespräche.

Der regelmäßig durchgeführten bundesweiten Befragung aller Mitarbeiter kommt eine besondere Bedeutung zu. Jede Abteilung und Arbeitsgruppe erhält ihre Ergebnisse und diskutiert Verbesserungsmöglichkeiten. Die Leitung jedes Unternehmensbereichs und der Betriebsrat verfolgen den Handlungsbedarf bis in jede Einheit und halten die dort beschlossenen Veränderungen nach. Das Verfahren ähnelt dem Vorgehen der Gesundheitszirkel, bezieht jedoch wesentlich mehr Beschäftigte direkt in die Problemlösung ein. Die Ergebnisse der letzten Mitarbeiterbefragung sind nach Auskunft des Unternehmens überdurchschnittlich positiv und belegen den dort gepflegten partnerschaftlichen Umgang.

Der Betriebssozialdienst bietet Beratung bei Suchtproblemen und psychischen Krisen, der "Arbeitskreis Sucht" hat einen Leitfaden zum Umgang mit Suchtproblemen erarbeitet, der umfangreiche Hilfsangebote vorsieht. Ein spezieller Fonds hilft Mitarbeitern in unverschuldeten Notlagen. Den Mitarbeitern steht ein umfangreiches Sport- und Gesundheitsprogramm offen, das bei regelmäßiger Teilnahme kostenlos ist und rege in Anspruch genommen wird. Die Betriebskrankenkasse führt verschiedene Präventions- und Screeningprogramme durch. Das Unternehmen und die Bertelsmann Stiftung fördern zahlreiche Projekte wissenschaftlicher, kultureller und sozialer Art.

Informationsquelle: "Erfolgreich durch Gesundheitsmanagement". Herausgegeben von der Bertelsmann Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (ISBN 3-89204-504-6).


Ansprechpartner:

Herr Gero Hesse
Bertelsmann AG
Vice President Bertelsmann HR Services
Carl-Bertelsmann-Str. 270
33311 Gütersloh
Tel.: 05241/80 - 88235
Fax: 05241/80 - 41817


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